(us) Zum traditionellen Herrenessen 2025 kamen 65 Mitglieder unseres Zirkels im Maxhaus zusammen.
Die Festrede hielt dieses Jahr Prof. Dr. Stefan Schweizer, Wissenschaftlicher Direktor der Museen Schloss und Park Benrath, zum Thema
„Weltoffenes Düsseldorf - schon zu Zeiten Jan Wellems".
In einem Parcours durch den Pfälzischen Hochadel führte uns der Festredner ab der Regentschaft von Friedrich Wilhelm (1615-1690), der nicht nur die Regierung in Neuburg an der Donau, sondern auch in Jülich und Berg führte und dann auch die Kurpfalz in Heidelberg übernahm, durch die mannigfaltigen Verbindungen der pfälzischen Herrscherfamilie mit dem europäischen Hochadel.
Philipp Wilhelm baut die Stadt Düsseldorf zu einer Residenzstadt aus. Seine zweite Ehefrau Elisabeth Amalie (1635 bis 1709) war 24mal schwanger und hatte 17 Kinder, von denen die Töchter mit
zahlreichen in Regierenden europäischen Häusern verheiratet wurden, so dass man Elisabeth Amalia als „Schwiegermutter Europas“ bezeichnen konnte.
Die Söhne wurden entweder Generäle und Statthalter im Fürstendienst oder hohe Geistliche. Für seinen ältesten Sohn Johann Wilhelm, der das Erbe antreten sollte, gelang es Philipp Wilhelm, die
Halbschwester des Kaisers als Ehefrau zu gewinnen. Johann Wilhelm, der am 19.4.1658 in Düsseldorf geboren wurde und daselbst am 8.6.1716 starb, war in erster Ehe mit Maria Anna Josefa, Tochter
des Kaisers Ferdinand III, und in zweiter Ehe mit Anna Marie Luisa, Tochter des Großherzogs Cosimo III. von Toskana verheiratet. Er fand seine letzte Ruhe im Mausoleum an der Andreaskirche in
Düsseldorf.
Johann Wilhelm, den die Düsseldorfer liebevoll Jan Wellem nannten, war einer der bedeutendsten Fürsten der Stadt. Unter seiner Regierung erlebte Düsseldorf großen wirtschaftlichen Aufschwung. In
der Düsseldorfer Residenz wurden glanzvolle Feste gefeiert, die Kunst, Musik und Wissenschaft anzogen. Düsseldorf war ein Zentrum europäischer Diplomatie geworden. Jan Wellem erwarb sich auch als
Mäzen, Sammler und Gründer einer bedeutenden Gemäldesammlung, welche den Grundstock der alten Pinakothek in München bilden sollte, einen bedeutenden Ruf. Mit seinem Tod 1716 brach diese
Entwicklung ab. Seine Witwe ging alsbald in ihre Heimat nach Florenz zurück, damit gab es keine kurfürstliche Hofhaltung mehr in Düsseldorf.
Sein Bruder Nachfolger, Karl Philipp (1661 bis 1742), der seine Residenz in Mannheim nahm, sollte Düsseldorf nie aufsuchen.
Der bebilderte Vortrag von Herrn Prof. Schweizer wurde von den Teilnehmern unseres Herrenessens mit großem Interesse aufgenommen. Es schloss sich nach althergebrachter Sitte der Sektempfang und
das festliche Menü an. Unserem Gastgeber Kai Donnert sei für das vorzügliche Menü gedankt.
Am Ende stießen noch einige unserer Damen zu uns. Brigitte Schnorrenberg hatte für sie einen Besuch der Clara-Schumann-Gedenkstätte und ein Damenessen beim Italiener „Be-Lucca" in der Hohe Straße
organisiert.
Alle Teilnehmerinnen sowie die Zirkelmitglieder freuten sich über einen gelungenen Abend (Fotos).
