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Großer Kinoabend des Düsseldorfer CV

(us) Über 90 Teilnehmer beim 15. Filmabend im atelier! 

Nach einem Vorfilm über das Bergische Land aus den sechziger Jahren und dem obligatorischen Reklamevorspann (das Wiedersehen mit dem HB-Männchen macht immer noch Freude!) dann der beeindruckende Hauptfilm „Die 25. Stunde“ von Henri Verneuil mit dem unübertrefflichen Antony Quinn.
Er spielt hier den einfachen rumänischen Bauern Johann Moritz, der während des Zweiten Weltkriegs verschleppt und schließlich in die Mühlen von Arbeitslager und Rassenwahn gerät.
Dieser Johann Moritz taumelt von einem Unglück ins andere, wird als Jude denunziert, obwohl er keiner ist.
Er wird herumgeschubst und von allen Seiten instrumentalisiert und missbraucht. Seine Frau Susanna wird sogar zur Scheidung gezwungen, Beute für den verräterischen Dorfpolizisten. Johann Moritz flüchtet sich aus dem Lager und gelangt nach Ungarn, wo man ihn aber für einen rumänischen Spion hält. Er kommt daraufhin erneut in ein Lager, wird schwer misshandelt und schließlich als Zwangsarbeiter nach Hitler–Deutschland deportiert.
Nur scheinbar wendet sich hier sein Schicksal, als ihn ein SS-Arzt für seine Rassenstudien entdeckt und festzustellen glaubt, dass er der Inbegriff des Ur– Ariers sein müsse. Er wird nun zum germanischen Super-Arier hochstilisiert, und das Gesicht des einfachen Johann Moritz findet sich auf den Covern aller Rasse- und Propagandaschriften. Der Wahnsinn geht sogar soweit, dass er zur Waffen-SS geholt wird, angeblich eine besondere Ehre für ihn. In dieser Position kann Johann Moritz kurz vor Kriegsende 1945 verhindern, dass mehreren Gefangenen der Deutschen Unheil geschieht. Er überführt sie an die heranrückenden Amerikaner. Die aber nehmen ihn sofort gefangen, da sie glauben, ein besonders abscheuliches Exemplar eines verbrecherischen SS-Schergen gefangen zu haben.
So kommt der völlig überforderte Johann Moritz vor das Nürnberger Kriegsgericht, wird aber nach dem beeindruckenden Plädoyer seines Verteidigers letztlich freigelassen und mit dem Zug nach Deutschland geschickt, wo er auf dem Bahnhof einer Kleinstadt seine Frau wieder in die Arme schließen kann, die von einem Sowjetsoldaten ein weiteres Kind bekommen hat.

Eine wahre Odyssee in dieser Vorführung, die wir nachdenklich verlassen, immerhin durch ein prächtiges Buffet in der Pause gestärkt.

Ein toller Abend! (Fotos)