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Literaturabend - Ödön von Horvath

(hm) Viele von uns kennen den netten Professor aus Bonn schon von seinen bisherigen Vorträgen. Diesmal ging es um den österreichischen Schriftsteller und Dramatiker Ödön von Horvath, der trotz seines ungarischen Namens alle seine Werke in deutscher Sprache verfasst hat. 

Prof. Nelles stellte uns Ödön von Horvath in gewohnt spannender und unterhaltsamer Weise anhand seines Lebenslaufes und seiner wichtigsten Werke vor. Anhand zweier Leseproben konnten wir die sprachliche Gewalt Horvaths erspüren.

Er wurde als Sohn eines österreichisch-ungarischen Diplomaten 1901 in Fiume (heute Rijeka) geboren. Als Dramatiker gilt Horvath als Erneuerer des Volksstückes. Nicht nur sein berühmtestes Werk "Geschichten aus dem Wiener Wald" aus dem Jahr 1931 enthält viel Sozialkritik. Mit großem moralischem Impetus stellt er das Schicksal verarmter, perspektivloser Kleinbürger dar, insbesondere aber Frauengestalten in drastischer, patriarchalischer Abhängigkeit. In allen seinen Stücken spielt Musik eine ganz große Rolle. Als sein wichtigster Roman gilt "Jugend ohne Gott", eine Auseinandersetzung mit dem Faschismus, erschienen 1937 in Amsterdam. In Deutschland unter Hitler waren seine Werke verboten.

Ödön von Horvath starb mit nur 37 Jahren in Paris, als er während eines Gewitters von einem Ast erschlagen wurde.