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Zirkel-Ausflug nach Bamberg

(us) In Ebrach das erste Treffen: nachdem die 30 Teilnehmer 400 km der Anreise hinter sich hatten, wartete der Klosterbräu-Wirt mit Schäuferla und Steigerwaldforellen im Kloster Ebrach auf uns.

Zum Nachtisch spazierten wir in die Kirche der Zisterzienserabtei hinüber und bestaunten die doch gelungene Verschmelzung des imposanten frühgotischen Baukörpers mit der barocken Ausstattung. In der Gesamtanlage des Klosters, welche zum Ende des 18. Jhdts. schlossartig ausgebaut wurde, hat Dientzenhofer, dem wir auf unserer Reise noch öfter begegnen sollten, schon ein Meisterstück seines Schaffens gezeigt.

Ganz in der Nähe empfing uns  in Pommersfelden das Schloss Weißenstein des Bamberger Fürstbischofs Lothar-Franz von Schönborn, der Gründungsbau des fränkischen Barocks. Hier wurden nach den Plänen von Johann Dientzenhofer ab 1711 prachtvolle Schlossbauten auf „der grünen Wiese“ errichtet. Besonders herausragend ist das Treppenhaus, das Balthasar Neumann bei der Konzeption der Würzburger Residenz zum Vorbild nahm. Deckenfresko und Gartensaal beeindruckten uns besonders, und die sehr kundige Exklusiv-Führung für unsere CV-Reisegruppe ließ uns auch Einblicke in das Spiegelkabinett, die Schlossbibliothek und auch die beeindruckende Gemäldegalerie nehmen, welche die größte private Barockgemäldesammlung in Deutschland präsentiert. Unter den mehr als 600 Bildern bestaunten wir Werke von van Dyck, Rubens, Brueghel, Tiziano, Gentileschi und Dürer.

Am frühen Abend erreichten wir das nahe Bamberg, wo wir während unserer gesamten Fahrt im frisch renovierten Romantikhotel Messerschmitt eine angenehme Unterkunft fanden. Beim Abendessen am Ankunftstag gab uns der Bamberger Journalist Cbr Andreas Kirchhof einen guten Überblick über die geschichtliche und kirchliche Situation der Stadt Bamberg. An diesem längsten Tag des Jahres ließen es sich viele unserer Mitfahrer nach dem guten Menü auch nicht nehmen, in die Sommernacht in die Straßen und Gassen der Bamberger Altstadt auszuschwärmen, um noch einen Zug der Bamberger Biere aus dem Glase zu reißen….

Am Mittwoch früh wurden wir unter der sachkundigen Führung des Bamberg-Kenners, Herrn Suffa, durch die 1000jährige Bamberger Altstadt und den Dombezirk geführt. Grandios, was dieser Mann an Detailwissen parat hat und auf jede Frage eine Antwort weiß! Im spätromanischen Dom reitet der Bamberger Reiter über unseren Köpfen in die Zukunft der Kirche, den festen und freundlichen Blick nach vorn gerichtet. Nehmen wir uns ein Beispiel an seiner Gesinnung!  Einige Stufen tiefer suchten wir dann zur Mittagszeit in der Altstadt das weltbekannte „Schlenkerla“ auf und saßen bei gutem Essen und leckerem Bier in dieser altdeutschen Wirtschaft. Nur ungern rissen wir uns los, aber wieder auf der Höhe auf des Dombergs flanierten wir durch den Bogen der Residenz in den Rosengarten und schauten auf die sommerliche Stadt. Unter den großen Sonnenschirmen des Café Rosengarten genossen wir Eis, Kaffee und Kuchen zur nachmittäglichen Erholung. Viele von uns machten sich sodann zu unserer Spezialführung durch die Kustodin Dr. Klüsener auf, die Kaisergewänder im Diozösanmuseum und den Westchor des Domes zu besichtigen, alles beeindruckende Erlebnisse dieses zweiten Bamberger Tages. Am Abend schlenderten wir dann durch die alten Gassen der Stadt und über die Regnitz zur Bamberger Klosterbräu. In der guten Stube kosteten wir die verschiedenen frische Biere und ließen den Abend bei Bamberger Spezialitäten ausklingen, nicht ohne einen abendlichen Gang durch die Altstadt zu machen. Der Schlusstrunk wurde uns auf dem Katzenberg in froher Runde vor dem Restaurant „Kachelofen“ gereicht, bevor uns die Sperrstunde in dieser lauen Sommernacht über die Rathausbrücke und vorbei am Bronzekopf des Centurionen von Igor Mitoraj in die Lange Straße zu unserem Hotel zurücktrieb. Wieder ging ein schöner Tag zu Ende!

Am Donnerstag früh hatten wir „Freigang“. Viele von uns bummelten auf eigene Faust durch Bamberg und besuchten Kirchen, Bauwerke, den Markt und auch nette Geschäfte. Mittags fuhren wir dann nach Norden in das Maintal. Vorbei am Staffelberg gelangten wir zur prachtvollen Klosteranlage Vierzehnheiligen, diesem fränkischen Barockjuwel von Balthasar Neumann. Gestärkt mit frisch gebrauten Bieren aus der Nothelfer-Brauerei taten wir uns über zwei Stunden mit fränkischer Brotzeit im Antlitz der Basilika gütlich und wurden nach Abzug des Putzgeschwaders aus der Basilika vom Franziskanerpater Dietmar durch den barocken Kirchenraum der Wallfahrtskirche geführt. Beeindruckend, zu welcher Leichtigkeit der Barockmeister diesen Raum und seine reiche Dekoration aufschwingen lässt! Und nicht nur Schauen und Wundern war uns vergönnt: nach der speziellen Führung für unsere CV-Gruppe ließ der Basilika-Organist, der Orgelkünstler Georg Hagel, die fantastische Rieger-Orgel mit ihren 5000 Pfeifen in diesem barocken Raum der Vierzehn Heiligen für uns erklingen, und wir wurden von Bachscher Einfühlsamkeit bis hin zur donnernden Toccata aus der 6. Orgelsymphonie von Charles-Marie Widor in Sphärenklänge getaucht. Einfach toll! Nur ungern verließen wir diesen begnadeten Ort und schwangen uns über das Maintal dem nächsten Höhepunkt entgegen: Kloster Banz. Wieder der geniale Dientzenhofer, der hier die komplexen Gewölbe des Kirchengrundrisses plante! An der Klosterbalustrade hoch über dem Main und mit Blick auf den Staffelberg schmetterten wir nach der Führung durch die Kirche das Lied vom Heiligen Veit über das sommerliche Frankenland. Viktor von Scheffel hätte den Hut gezogen… Nach grandioser Sicht über das Maintal grüßten wir nochmal Vierzehnheiligen, das in der Abendsonne glänzte, und fuhren nach Ebensfeld in den nahen Landgasthof Hummel. Dort erfreuten wir uns am Abend im sommerlichen Biergarten der fränkischen Küche bei kühlem Bier und Wein. Erst als es dunkel wurde, machten wir uns auf die Rückfahrt und ließen im Hotelgarten in Bamberg die Erlebnisse des Tages noch lange Revue passieren.

Am anderen Morgen hieß es Abschied nehmen. Im nahen Memmelsdorf bewunderten wir noch vor der Rückfahrt das Schloss Seehof, die Sommerresidenz der Bamberger Fürstbischöfe. Aufgrund der großen Restaurierung des gesamten Ensembles erinnerte die Plastikverpackung des Schlosses an eine Aktion von Christo, nur wird sich diese noch Jahre hinziehen. Nachdem einige von uns die zugänglichen Innenräume besichtigen konnten, hielten wir eine letzte Rast im Außenbereich des hübschen Schlossrestaurants und nahmen dann Abschied vom schönen Frankenland. Eine wunderbare Reise ging zu Ende…. (Fotos)